VG-Wort: Vertragsänderung vorerst vertagt!

Einige von Euch haben bestimmt bereits von den aktuellen Vertragsverhandlungen zwischen den Universitäten und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG-Wort) gehört.

Der neuverhandelte Vertrag ist so gestaltet, dass es ab dem 01.01.2017 für die UrheberInnen digitaler Literatur keine Vergütungspauschale mehr geben soll, sondern individuell nach Anzahl der veröffentlichten Seiten und der jeweiligen KursteilnehmerInnen vergütet wird. Aus Gründen wie dem hohen Verwaltungsaufwand haben sich die Universitäten dagegen entschieden dem Rahmenvertrag beizutreten. Dies hat zur Folge, dass ab dem 01.01.2017 keine Online-Seminarunterlagen mehr zur Verfügung gestellt werden dürfen. Die Folgen für uns Studierende, die wissenschaftliche Literatur heute größtenteils online abrufen sind katastrophal.

Am vergangenen Freitag (09.12.2016) gab es vorerst eine Entwarnung. Die Kultusministerkonferenz (KMK), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und VG-Wort haben eine Arbeitsgruppe zur Handhabung des Urheberrechts an Hochschulen gegründet und wollen bis Ende des Jahres einen einvernehmlichen Lösungsvorschlag finden.

Weiterhin wurde in einer gemeinsamen Pressemittelung der VG-Wort, der HRK und der KMK vom 09.12.2016 davon gesprochen, dass bis zum 30. September 2017 unter Berücksichtigung der BGH Entscheidung vom 20. März 2013 eine praktikable Lösung an den deutschen Hochschulen implementiert werden soll und eine bruchlose weitere Nutzung der digitalen Semesterapparate an den deutschen Hochschulen, über die Jahreswende hinaus, gewährleisten wird.

Nach dieser Aussage wird es im kommenden Sommersemester vorerst keine Änderungen für Euch geben, was die Bereitstellung von Online-Seminarunterlagen, wie beispielsweise Texte über die moodle-Plattform, angeht.

Wir werden den weiteren Prozess kritisch begleiten und fordern einen barrierefreien Zugang zu Online-Literatur während des Studiums und eine konsequente Reform des Urheberrechts!

 

Pressemitteilung VG-Wort

BGH Entscheidung vom 20. März 2013