Zivilklausel

Panzer auf dem Campus? An vielen Hochschulen ist militärische Forschung leider bereits Realität.

Hochschulen sind nach unserer festen Überzeugung zivile Institutionen, die ihren Beitrag zur Friedenssicherung und zur internationalen Zusammenarbeit leisten müssen. In krassem Widerspruch zu diesem von vielen geteilten Hochschulverständnis steht die militärische Forschung und Lehre an eben jenen Einrichtungen.

Kein Platz für Militarismus – Zivilklausel jetzt!

Neben Lehrveranstaltungen und Werbekampagnen nehmen auch Forschungsaufträge der Bundeswehr und von Rüstungsunternehmen zu. Aufgrund ihrer finanziellen Situation, sind Hochschulen dabei ein dankbarer Partner. Bei immer höheren Studierendenzahlen bleibt die öffentliche Finanzierung auf einem niedrigen Niveau. Es entstehen finanzielle Löcher, welche unter anderem durch die Bundeswehr und die Rüstungsunternehmen geschlossen werden.

Dies ist jedoch der falsche Weg! Militärische Aktionen sind aus unserer Sicht kein geeignetes Mittel zur Bewältigung von Krisen und Konflikten. Noch immer fließen horrende Summen Jahr für Jahr in den „Verteidigungs“haushalt. Diese Gelder können jedoch in zivilen Projekten sehr viel sinnvoller eingesetzt werden. Darüber hinaus verdrängt militärische Forschung zusätzlich auch noch die angestammte zivile Forschung. Schließlich können die vorhandenen Forschungskapazitäten gleichzeitig nur einmal verwendet werden

Eine Zivilklausel würde dieser Entwicklung entgegentreten. Sie ist eine Selbstverpflichtung für friedliche Forschung und Lehre, welche den militärischen Einfluss auf die Hochschulen verringert. Eine solche Zivilklausel, wie sie schon an machen anderen Hochschulen existiert, muss unserer Überzeugung nach auch an der Universität Kassel eingeführt werden!

Transparenz der Drittelmittelprojekte erhöhen!

Eng mit der Forderung nach einer Zivilklausel verbunden, ist unser Ziel die so genannten Drittmittelprojekte transparenter zu gestalten. So unterliegen die militärischen Projekte fast ausnahmslos der Geheimhaltung. Zum einen werden dadurch Forschungsergebnisse, die auch für zivile Projekte relevant sein könnten, der Öffentlichkeit vorenthalten. Zum anderen wissen teilweise nicht mal die unmittelbar beteiligten Personen, welcher Zweck letztendlich mit dem Forschungsprojekt verfolgt wird. Würde offengelegt werden, dass es sich dabei um ein militärisches Projekt handelt, würden sich gegebenenfalls selbige Personen gegen eine Mitarbeit an dem Auftrag entschließen.

Natürlich beschränkt sich unser Ziel nach Offenlegung der Geldgeber und Forschungszwecke bei Drittmittelprojekten nicht nur auf den militärischen Bereich. Auch alle anderen über Drittmittel finanzierten Projekte müssen offengelegt werden. Gleichzeitig setzen wir uns jedoch auch für eine stärkere staatliche Grundfinanzierung der Forschung und Lehre ein, sodass Drittmittelprojekte nicht mehr länger überlebensnotwendig für die Hochschulen sind!

Wenn auch du dich für eine Zivilklausel und mehr Transparenz bei Forschungsprojekten einsetzten möchtest, dann besuche unbedingt mal unserer „Mitmachen“-Seite!